SV Weil 1910 – SC Pfullendorf 1:1
Verbandsliga Südbaden – 18. Spieltag – 05.03.2022
105 Sekunden fehlen zum Dreier

Die Hoffnung lebt weiter beim SV Weil. Doch so richtig wollte sich am Samstag im Nonnenholz keiner so recht über den Punktgewinn beim 1:1 gegen den Tabellendritten SC Pfullendorf freuen. Den weiter stark abstiegsbedrohten Gastgebern fehlten am Ende 105 Sekunden zum Dreier. Pfullendorf gelang erst in der 96. Minute der schmeichelhafte Ausgleich.
„Es ist einfach ärgerlich, dass wir uns für eine starke Leistung gegen einen Gegner, der ganz andere Ansprüche hat, nicht belohnen. Zwei Minuten vorher hätte Peres eigentlich das 2:0 machen müssen. Er machte es nicht und zwei Minuten später schlägt bei uns der Ball ein. So etwas frustet schon“, sieht Weils Trainer Andreas Schepperle nach dem 1:1 alles andere als glücklich aus.
Doch der Reihe nach. In den ersten 70 Minuten deutet vieles auf ein torloses Unentschieden hin. Der SC Pfullendorf war zwar über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, doch hochkarätige Torchancen spielten sich die Gäste nicht heraus. Die Weiler Defensive mit den beiden starken Verteidigern Max Scheurer und Lirian Ismajli sowie einem überragenden Innenverteidiger Julien Tschira hatte die SCP-Offensive weitgehend im Griff. Und kam doch einmal ein Ball durch, dann war Keeper Sandro Keller auf dem Pfosten. Seinen größten Auftritt hatte er in der 31. Minute, als er zunächst gegen Silvio Battaglia und dann mit spektakulärer Fußabwehr gegen Luca Gruler rettete. Mehr bot der SCP bis in die Nachspielzeit nicht an.
Da hatten die Weiler mit ihrem Konterfußball schon mehr zu bieten. Michael Hänggi (8.), Justin Samardzic (15.) und Marvin Stöhr (35.) kamen dem Führungstreffer sehr nahe, doch bei den Schepperle-Schützlingen fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss.
Nach unaufgeregten 25 Minuten wurde es in den letzten 27 Minuten inklusive Verlängerung dramatisch. In der 71. Minute lieferten sich Samardzic und der Pfullendorfer Abwehrspieler Felix Waldraff nach einem Steilpass ein Laufduell, bei dem der Weiler Offensive zu Fall kam. Auf der Weiler Bank sprangen alle auf und forderten Rot für den Übeltäter. Doch Schiedsrichter Benedikt Lorenz ließ das Spiel weiter laufen.
Während dem einstigen Regionalligisten im Spiel nach vorne weiter nicht viel einfiel, hatte Schepperle mit der Einwechslung (80.) von David Groß ein glückliches Händchen. Der Abwehrmann orientierte sich nach vorne und erzielte mit seiner ersten Ballberührung den umjubelten Führungstreffer. Zuvor hatte Kapitän Ridje Sprich den klugen Querpass gespielt. Pfullendorf warf nun zunächst planlos alles nach vorne. Mit einem weiteren Konter hätte der eingewechselte Alexandre Peres alles klar machen können. Acht Meter vor dem Pfullendorfer Kasten schob er den Ball am langen Pfosten vorbei.
Die Weiler setzten schon zum Jubeln an, als Chimamkpa Samuel Peter nach einem Eckball mit einem Schuss unter die Latte doch noch der Ausgleich für den SC Pfullendorf gelang.
Quelle: Die Oberbadische 7. März 2022