SV Weil 1910 – Offenburger FV 1:3
Verbandsliga Südbaden – 06. Spieltag – 03.10.2020
Effizienz im Abschluss fehlt

Das Ergebnis am Samstag im Nonnenholz ist nicht unbedingt logisch. Am Ende feierte der Offenburger FV enthusiastisch einen 3:1-Erfolg, der für die Gastgeber ganz bitter ist. Denn: Der SV Weil war über weite Strecken das spielbestimmende Team, scheiterte aber letztlich an seiner mangelnden Chancenverwertung.
Weil am Rhein. Andererseits verdiente sich der OFV, der mit einem Dutzend lautstarker Fans angereist war, diesen Dreier durch einen beeindruckenden Konterfußball und die größere Effektivität im Abschluss. Die Gäste aus der Ortenau nutzten nach sieben Minuten ihre erste Chance prompt zur 1:0-Führung. Der wieselflinke Samuel Geiler gewann den Sprint gegen seinen Gegenspieler Alessio Lo Russo und ließ Keeper Sandro Keller mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrchance. Kurz zuvor hätte auch Ridje Sprich aus spitzem Winkel treffen können, doch der Ball von Weils Kapitän ging knapp am langen Pfosten vorbei. Die Gastgeber zeigten nach dem Rückstand Wirkung und hatten in der 15. und 18. Minute Dusel, nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Zunächst rettete Keller mit einem Reflex gegen OFV-Kapitän Marco Petereit. Dann musste Gailer das 2:0 machen. Doch der linke Flügelmann der Gäste fand nach einem Alleingang in Keller seinen Meister. Fortan bestimmte der SV Weil das Geschehen auf dem Platz. Allerdings fehlte den Abschlüssen die letzte Präzision. Und in Minute 35 fehlte Serkan Korkmaz nur das Quäntchen Glück zum Ausgleich. Sein fein gezirkelter Freistoßball prallte aus 20 Metern an den Außenpfosten. „Der Ball hätte auch vom Innenpfosten ins Tor springen können“, haderte Weils Trainer Andi Schepperle. In der Nachspielzeit des ersten Abschnitts rettete OFV-Torwart Johannes Vögele mit einer spektakulären Parade die Führung, als er einen Flachschuss von Lo Russo entschärfte.
Drei Minuten nach Wiederanspiel trieb ein mehr als schlampiger Offenburger Konter Trainer Benjamin Pfahler die Zornesröte ins Gesicht. Drei Gästespieler hatten nur noch den Weiler Michael Hänggi vor sich. Doch der ballführende Geiler übertrieb den Eigensinn und wurde von Hänggi noch vom Ball getrennt. Die Strafe folgte für die Gäste auf dem Fuße. Praktisch im Gegenzug glich Weil aus. Buba Ceesay ließ auf dem rechten Flügel seinen Gegenspieler stehen und legte den Ball perfekt auf Sprich zurück. Gegen den platzierten Flachschuss des Kapitäns war Vögele machtlos. Beflügelt vom Ausgleich, legten die Grenzstädter nun erst richtig los und hätten die Partie in den folgenden zehn Minuten entscheiden müssen. Zunächst tanzte Sprich drei Offenburger im Strafraum aus und zog den Ball aber hauchdünn am langen Pfosten vorbei. Dann ging Stöhr wunderbar durch. Doch, statt auf den völlig blank stehenden Sprich querzulegen, wollte er das Tor selber machen und scheiterte. Das geschah in der 60. Minute. Drei Zeiger-Umdrehungen weiter tauchte Stöhr erneut alleine vor Vögele auf, schoss aber den Offenburger Torhüter an. Die Gäste waren in der Folgezeit effektiver. Sie nutzten ihre zweite Chance nach der Pause zur erneuten Führung Nach einer Flanke von Petereit war Diogo Carolina mit dem Kopf zur Stelle, und der OFV führte aus heiterem Himmel mit 2:1. In der Nachspielzeit machte der Gast endgültig alles klar. Fabio Kinast schloss einen Konter zum 3:1 ab.
Quelle: Die Oberbadische 05.10.2020